Durchgangszimmer Prenzlauer Berg  

Durchgangszimmer Prenzlauer Berg

Eine Berliner Künstlersozialgeschichte in Selbstauskünften

ISBN 978-3-931836-11-5

572 Seiten
14,8 x 21,0 cm
Broschur

Oktober 1999
leider vergriffen
Preis 21,90 €

Beitragende

Frank Böttcher

Berlin-Prenzlauer Berg ist ein Ostberliner Innenstadtbezirk wie jeder andere auch. Doch bereits seit den 1960er und dann verstärkt in den 1980er Jahren siedelten sich in der ansonsten eher proletarisch geprägten Gegend nebenher viele Künstler, Studenten, Intellektuelle, Punks und andere nicht eben stromlinienförmige Existenzen an. Zwischen ihnen entstand so etwas wie eine geistige Infrastruktur. Diese war in ihrer Art nicht einzigartig, aber doch von beträchtlicher Ausstrahlung auch in andere Gegenden Berlins und der DDR. Heute ist sie zum touristisch verwursteten Mythos verkommen.

Um der Erfahrung der Wirklichkeit wieder zu ihrem Recht zu verhelfen, führten die mit den früheren »Szenen« Ostberlins gut vertrauten Autorinnen Barbara Felsmann und Annett Gröschner eine Vielzahl von Gesprächen mit Protagonisten oder auch eher stillen, dabei ebenso kenntnisreichen »Randfiguren«. So gelang, das vielschichtige, widersprüchliche und mitunter verwirrende Gewebe des Gewesenen nicht durch Schwelgen in Klischees und Vorurteilen zu ersticken, sondern so unprätentiös wiederzugeben, wie es damals war.

Über Wohnungen, Kneipen, Arbeit, Träume, Ausreise, Kunst und Politik berichten Mario Achsnick, Tina Bara, Peter Brasch, Elke Erb, Lothar Feix, Jörg Foth, Klaus Gendreizig, Sergej Gladkich, Gerhard Hillich, Bernd Holtfreter, Burkhard Kleinert, Ruth Kothe, Wolfgang Krause, Günter Lindner, Wilfriede Maaß, Grischa Meyer, Bert Papenfuß, Richard Pietraß, Ulrike Poppe, Petra Schramm, Franka Silberstein, Brigitte Struzyk, Heiner Sylvester, Peter Wawerzinek, Ulrich Wüst sowie die Herausgeberinnen selbst.

Hinweis in eigener Sache: Dieser gerade legendäre Titel ist unter den vergriffenen einer der am schmerzlichsten vermißten. Eine Neuauflage, so sehr diese von vielen immer wieder gewünscht wird, scheiterte bisher aber noch immer an fehlendem Geld. Wenn also jemand jemanden kennt, der jemanden kennt, der das Buch ebenfalls sehr vermißt, aber darüber hinaus auch Geld für die Drucklegung zur Verfügung stellen könnte, möge er sich gern melden!

 

Tagesspiegel: »Das Buch ist eine wunderbare Mischung aus Biographien, verschiedenen Ansichten, Träumen, Selbsterhaltungsstrategien. Das Bewahren von Alltag, Stimmungen und Gerüchen ist einer der Verdienste des Bandes.«

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