Über Mut im Untergrund
     

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Ilse-Margret Vogel

Über Mut im Untergrund

Eine Erzählung von Freundschaft, Anstand und Widerstand im Berlin der Jahre 1943–1945

Schriften der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Reihe B: Quellen und Zeugnisse [5]

220 Seiten, 33 Abb., 158 x 235 mm, Festeinband mit Schutzumschlag, 33 Schwarzweißabbildungen
November 2014
sofort lieferbar
ISBN 978-3-86732-157-0
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Herausgeber Jutta Hercher, Barbara Schieb / Übersetzt von
Jutta Hercher

Ilse-Margret Vogel kam 1938 aus der schlesischen Provinz nach Berlin, um Kunst zu studieren. Sie hasste die Nazis und schwor sich, niemals mit »Heil Hitler« zu grüßen. Als ihre Freunde, unter ihnen Juden und Deserteure, in Schwierigkeiten gerieten, half sie ihnen, so gut sie konnte, und geriet dabei in abenteuerliche Situa­tionen. Davon berichtet das Buch und porträtiert verschiedene Menschen, die überleben wollten, ohne sich zu Komplizen des Regimes zu machen. Ihre Aktivitäten beweisen: Widerstand war möglich.

Einer der Freunde, Fred, arbeitete beim Film und weigerte sich, Nazi-Propaganda zu unterstützen. Als er an die Front geschickt werden sollte, wurde er zum Simulanten; einem anderen Deserteur, dem »Kleinen König«, half Ilse Vogel in langen Fußmärschen, seine geliebte Bibliothek vor den Bomben in Sicherheit zu bringen. Von ihrer jüdischen Schulfreundin Vera aus Görlitz, die auf der Flucht nach Spanien in Berlin auftauchte, wurde Ilse gewarnt, ihr zu helfen, weil es gegen das Gesetz sei. Doch deren Antwort war: »Diese Gesetze gelten für mich nicht«.

Manchmal glich der Widerstand einem gefährlichen Drahtseilakt. Als Ilse Vogel jemanden versteckte, der von der Gestapo gesucht wurde, entging sie aufgrund dessen Unvorsichtigkeit nur knapp einer Katastrophe.

Das längste Kapitel des Buches widmet sie dem im Untergrund lebenden Fälscher Oskar Huth. Eines Tages führte er sie in seine Werkstatt im Luftschutzkeller, wo sie nicht schlecht staunte: Es war ihm gelungen, sich eine Druckpresse zu besorgen, mit der er dort eine »Fälscherwerkstatt für Überlebenspapiere« betrieb.

Den Einmarsch der Roten Armee erlebte Ilse Vogel als dramatisch, Freude und Schrecken lagen dicht beieinander. Selten sind diese Ereignisse aus weiblicher Sicht so dicht beschrieben worden wie hier.

Ilse-Margret Vogels (1914–2001) anschaulich und spannend geschriebene Erinnerungen an die letzten Kriegsjahre in Berlin sind bisher nur in den USA erschienen. Die New York Times befand 1993: »Die Mischung aus genauen Beschreibungen des Kriegsalltags, der realen und echten Bedrohung und der tiefen Aversion der Autorin gegen das Naziregime, ihrem jugendlichen Trotz, der die Gefahr und jegliche Vorsicht missachtet, macht ›Bad Times, Good Friends‹ zur fesselnden und faszinierenden Lektüre.«

Nach dem Krieg arbeitete Ilse Vogel für die legendäre Berliner Galerie Gerd Rosen und ging 1950 in die USA. Dort wurde sie als Kinder- und Jugendbuchautorin bekannt.

 

Presse

FOCUS Online 06.01.2015: »Die Erinnerungen, die Vogel Jahrzehnte nach dem Krieg zunächst in Englisch verfasste, geben darüber hinaus ein sehr anschauliches Bild vom mühsamen Alltag im Berlin der letzten Kriegsjahre« Der Beitrag...

 taz.de 14.02.2015: »Diese glänzend geschrieben Geschichten ergeben ein ganz anderes Bild der Hitler-Gegner als das, welches wir aus unzähligen Erinnerungen und Biografien kennen. Es ist ein schmutziges Bild, voller Ängste, ein lebenslustiges, mit Schnaps statt Brot, und ein verzweifeltes - selbst nach Ankunft der sowjetischen Befreier.« Der Beitrag...

 Fräulein Julia - Kulturjournal 02.02.2015: »[…] dass man ein Buch vor sich liegen hat, bei dem – obwohl es voll Krieg, Leid, Verlust und Trauer ist – die Lektüre großen Spaß macht.« Der ganze Beitrag...

 Buchblinzler 16.02.2015: »Ilse-Margret Vogel erzählt lebendig und schonungslos von ihren Erlebnissen.« Der Beitrag...

AVIVA-Berlin.de 01.03.2015: » ›Mut im Untergrund‹ ist ein ausgezeichnetes Buch, dem das Unterfangen gelingt, literarisch verarbeitete persönliche Erinnerung wissenschaftlich fundiert aufzuarbeiten und damit weder die Memoiren anzugreifen, noch deren literarischen und historischen Gehalt zu schmälern.« Der Beitrag...

Der Tagesspiegel 04.03.2015: »Denn was Ilse-Margret Vogel erzählt, ist keine heroische Antifa-Legende, sondern eine sehr menschliche Geschichte vom Alltagswiderstand eigensinniger Künstler, Kriegsgegner und rassisch Verfolgter mit manchmal banalen, oft dramatischen, zuweilen auch komischen Vorfällen ­[…] «

Ilse-Margret Vogel

Ilse-Margret Vogel

Ilse-Margret Vogel (5.6.1914 in Sibyllenort – 7.10.2001 in Bangall, New York) war eine deutsch-amerikanische Autorin.

Sie schrieb vornehmlich Kinder- und Jugendbücher. Vor allem ist sie aber durch ihre persönlichen Erlebnisse von 1943 bis 1945 in Berlin bekannt, die sie 1992 unter dem Titel »Bad Times, Good Friends – A Personal Memoir« veröffentlichte. Hierin beschreibt sie, wie sie mit einer kleinen Gruppe von Künstlern und anderen Personen, alles Anti-Nazis, die letzten Kriegsjahre überstand. Sie berichtet, wie sie Oskar Haupt, das ist Oskar Huth, und später auch Heinz Trökes kennenlernte und wie sie untergetauchten Personen mit falschen Dokumenten, zum Beispiel gefälschten Buttermarken von Oskar Huth, half.

Nach dem Krieg arbeitete Ilse Vogel für die legendäre Berliner Galerie Gerd Rosen und ging 1950 in die USA. Dort wurde sie als Kinder- und Jugendbuchautorin bekannt und heiratete den Künstler, Kinderbuchillustrator und Autor Hayward Knotts.

Jutta Hercher

Jutta Hercher

Jutta Hercher, geboren 1957, studierte Film und Kunstgeschichte in Hamburg. Sie lebt als freie Autorin im Vogelsberg, Hessen.

Barbara Schieb

Barbara Schieb

Barbara Schieb, 1958 in Recklinghausen geboren, studierte Geschichts­wissenschaft und Germanistik in Freiburg i.Br. und Berlin. Seit 1986 forscht und publiziert sie über verschiedene Aspekte der Judenverfolgung während der NS-Zeit in Berlin. Langjährig war sie für die Gedenkstätte Deutscher Wider­stand sowie das Haus der Wannsee-Konferenz freiberuflich tätig und hat auch eigene Projekte realisiert. Derzeit arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte Deutscher Widerstand an der Gedenkstätte »Stille Helden«, die die Schicksale untergetauchter Juden und das Handeln ihrer Helfer darstellt.

Leseproben und Dokumente

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