Manfred »Ibrahim« Böhme
     

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Christiane Baumann

Manfred »Ibrahim« Böhme

Das Prinzip Verrat

191 Seiten, 85 Abb., 158 x 235 mm, Klappenbroschur, 85 Schwarzweißabbildungen
März 2015
sofort lieferbar
ISBN 978-3-86732-208-9
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Das Buch beschreibt die wesentlichen Stationen im Leben des Manfred »Ibrahim« Böhme (1944–1999), der zum Ende der DDR für kurze Zeit Prominenz erlangte und in Ost und West als charismatisches Polittalent galt.
Der SPD-Spitzenkandidat zur Volkskammerwahl 1990 wurde damals nicht nur von den Medien als zukünftiger DDR-Regierungschef betrachtet. Dass Böhme eigentlich ein »politischer Heiratsschwindler« war, der sich vom einstigen Sympathisanten des Prager Frühlings zum gut getarnten und übereifrigen Stasi-Zuträger gewandelt hatte, belegen die hier präsentierten Dokumente und Berichte.
Der von Christiane Baumann rekonstruierte Lebenslauf widerlegt die unzähligen Fälschungen seiner Biographie, die Böhme selbst verbreitet hatte – und erzählt gleichzeitig aus dem ostdeutschen Kontext: von engagierten Menschen, kulturellen Milieus und alternativen Gruppierungen, zu denen er Kontakt hielt, um sie irgendwann zu verraten.

Eine extreme Lebensgeschichte, die von zeitlosen menschlichen Konflikten geprägt ist, vor allem aber von der geistigen Enge und Beschränktheit der Verhältnisse.

 

Zum Nachhören:

Buchvorstellung am 06. November 2015 im Willy-Brandt-Haus. Mit Christiane Baumann, Wolfgang Thierse und Harald Seidel.

 

Presse

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2015: »Baumann schreibt kundig über die Spuren des Ministeriums für Staatssicherheit in Böhmes verschlungenem Leben. Sie skandalisiert nicht und lässt offenkundig manches lieber unerzählt, als sich in Schlussfolgerungen zu weit vorzuwagen.« FAZ

Mitteldeutsche Zeitung, 04.05.2015: »Christiane Baumann lernte Böhme erst durch seine hinterlassenen IM-Berichte kennen. Die schienen ihr so „verblüffend arrogant“, dass sie begann, der rätselhaften Figur dahinter nachzuspüren.« Mitteldeutsche Zeitung

Märkische Allgemeine Zeitung, 30.05.2015: »Die Aufregung der Nachwendejahre hat sich längst gelegt. Christiane Baumann nutzt diese Distanz, um noch einmal tiefer und nüchtern Böhmes Biographie zu erforschen. [...] Fotos und Fasimiles aus dem Archiv der Robert-Havemann-Gesellschaft beglaubigen das interessante Material.«

Märkische Oderzeitung, 23.10.2015: »Der Böhme, über den Christiane Baumann schreibt, spionierte nicht nur die Opposition aus, in der er sehr gut und überregional vernetzt war. Er trieb auch etliche ihrer Aktionen mit voran. [...] Der Spitzel, der überwacht wurde und seine Überwacher wiederum überwachte, wirkte als Katalysator der Bewegung, gegen die er im Hintergrund agierte. Baumann zeigt mit unaufgeregter Nüchternheit, dass nicht nur Böhme, sondern der ganze Stasi-Apparat, der sich mit ihm befasste, krankhauft gestört war.«

Christiane Baumann

Christiane Baumann

Christiane Baumann (geb. 1963) ist freie Journalistin und Autorin. Nach einem Studium der Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin arbeitete sie 1990 redaktionell für die neugegründete Frauenzeitschrift »Ypsilon« des BasisDruck Verlags, danach freiberuflich für Hörfunk, Presse und Fernsehen. Seit 2004 forscht und publiziert sie zur Kulturgeschichte der DDR und ist an filmischen Zeitzeugeninterviews beteiligt.
2006 erschien von ihr das Buch »Das Literaturzentrum Neubrandenburg 1971 bis 2005«, dessen Ausgangspunkt Kontroversen um ein stasi-belastetes Literaturhaus waren. Im Jahr 2011 folgte die Studie »Hinter den Kulissen. Inoffizielle Schweriner Theatergeschichten«, die erstmals die Überwachung an einem DDR-Theater zusammenhängend darstellte. Im Jahr 2013 veröffentlichte sie ein Buch zur mecklenburgischen SED-Zeitung »Freie Erde«.

Leseproben und Dokumente

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