Beitragende
Andreas TeltowGernot Ernst gehört aufgrund seiner langjährigen Sammlertätigkeit und seiner systematischen Recherchen zu den besten Kennern der Berlin-Grafik. Er hat in dem Künstlerlexikon und der zugehörigen Dokumentation der Berlin-Ansichten (Teil 1) so manche Wissenslücke geschlossen. Rund 560 Kurzbiografien vermitteln Einblicke in das Leben der in- und ausländischen Künstler, die Berliner Motive aufgegriffen haben. Von zahlreichen dieser Zeichner, Stecher und Lithografen war die Spur trotz umfangreichen Oeuvres verlorengegangen. Sie galt es wiederzuentdecken. Darüber hinaus informiert das Buch erstmals auch über die Verlage, Kunsthändler und Druckereien, die Berlin-Ansichten herausgegeben und verbreitet haben.
Die insgesamt erfassten rund 4200 Grafiken – einschließlich anonymer Drucke, Abbildungen in Architekturzeitungen und Gebrauchsgrafik – sind zu 95% im Doppelband oder ergänzend auf der DVD abgebildet, in großem Umfang farbig. Andreas Teltow hat sich mit ihnen in einem einführenden Beitrag unter kunsthistorischem Aspekt befasst und Ute Laur-Ernst unter stadtgeschichtlichem im Stadtbildlexikon (Teil 2). Die Berlin-Grafiken aus unterschiedlichen Epochen sind unschätzbare Zeitdokumente. Sie zeigen, welche Stadtmotive die Künstler und ihre Auftraggeber bevorzugten, welche Ansichten sich am besten verkauften und wie sich Leben und Architektur in Berlin veränderten. In rund 550 Stichworten werden die dargestellten Bauwerke, Institutionen, Denkmäler, Plätze, Manufakturen usw. von ihrer Entstehung bis in die Gegenwart beschrieben und dabei auch »hinter die Fassaden« geschaut.
Das benutzerfreundliche Verweissystem erleichtert die gezielte Nutzung dieser fundierten Datenbasis, was eigene zeitaufwändige und schwierige Recherchen erspart. Das neue Standardwerk unterstützt
- Museen, Archive, Galerien, Bibliotheken bei der Zuordnung ihrer Bestände und der Vorbereitung von Ausstellungen und Veröffentlichungen,
- Kunsthistoriker bei der Analyse und künstlerischen Bewertung der Berlin-Grafik und bei vertiefenden Recherchen zu den Künstlern,
- Architekten, Denkmalschützer und Stadthistoriker beim Studium des alten Stadtbildes und seines baulichen und sozialen Wandels als Ausgangspunkt für ihre Planungen und weitere Forschung,
- Antiquariate und Auktionatoren bei der Datierung von Grafiken und der Bestimmung ihrer Zugehörigkeit zu Serien/Mappen und
- die privaten Sammler bei Aufbau und Ausgestaltung ihrer Sammlungen.
Abgesehen von seinem praktischen Nutzwert ist das neue Werk aber auch ein außergewöhnlich schönes und anregendes »Berliner Bilderbuch«, in dem jeder Freund der Stadt gern blättern und sich in die Bilder und Texte seiner Wahl vertiefen wird.
Süddeutsche Zeitung: »Das ist ein Werk der Superlative, aber man sollte es nicht in erster Linie unter sportiven Gesichtspunkten betrachten. Die gewaltige Leistung überzeugt, weil sie eine Schatzkammer der Kulturgeschichte eröffnet.«
Die Berliner Literaturkritik: »Dieses ›Berliner Bilderbuch‹ hat Gewicht und ist auch eine kleine Sensation: Der Doppelband ›Die Stadt Berlin in der Druckgrafik 1570-1870‹ ist eine bibliophile Kostbarkeit und gleichzeitig eine Fundgrube für jeden Liebhaber oder Kenner der Berliner Stadtgeschichte.«
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