100 Jahre Groß-Berlin / Band 3: Grünfrage und Stadtentwicklung
     

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Harald Bodenschatz, Dorothee Brantz

100 Jahre Groß-Berlin / Band 3: Grünfrage und Stadtentwicklung

Edition Gegenstand und Raum

240 Seiten, 170 x 240 mm, Klappenbroschur, zahlreiche teils farbige Abbildungen
Mai 2019
sofort lieferbar
ISBN 978-3-86732-335-2
Preis 25,– €
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Mit Texten von
Harald Bodenschatz, Dorothee Brantz, Winfried Brenne, Thomas Flierl, Ephraim Gothe, Birgit Hammer, Stefanie Hennecke, Corinne Jaquand, Ingo Kowarik, Klaus-Henning von Krosigk, Katrin Lesser, Katrin Lompscher, Ingo Malter, Cor­delia Polinna, Philipp Sattler, Rainer Schmitz, Johanna Söhnigen, Stephan Strauss, Stefan Tidow, Markus Tubbesing, Axel Zutz

Schon beim Wettbewerb Groß-Berlin 1910 war klar geworden: Wachsende Metropolen benötigen nicht allein Verkehrsstraßen und Wohnquartiere, sondern auch Stadtgrün: grüne Keile, grüne Ringe, grüne Straßen, grüne Plätze und »Gartenstädte«. Deshalb erhielt der 1912 gegründete Zweckverband Groß-Berlin den Auftrag, größere Flächen zu erwerben. Doch erst die Bildung von Groß-Berlin 1920 bot Raum für nennenswerte grüne Wohnsiedlungen, Volksparks, Sport- und Spielplätze. Unter der nationalsozialistischen Diktatur dominierte zwar das Bauen in Stein, doch gab es auch hier einige grüne Projekte. Nach dem Krieg wurde in der nun geteilten Stadt auf beiden Seiten der Kampf gegen das sogenannte »steinerne Berlin«, das heißt gegen stark verdichtete Quartiere, postuliert und geführt. Aber auch wenn damals unterm Banner urbaner Auflockerung das Grün eine neue Wertschätzung erfuhr, musste es doch oft dem Auto weichen. Nach dem Fall der Mauer wurden Regionalparks in Brandenburg geplant und neue Parks in Berlin angelegt. Die IGA 2017 setzte diese Entwicklung fort. Bereits 1990 hatte die vorindustrielle Berlin-Potsdamer Parklandschaft das Prädikat »Weltkulturerbe« erhalten. Heute stellt sich angesichts des Wachstums Berlins und der sich zuspitzenden Herausforderungen durch Klimawandel, Arten- und Ressourcenschutz die Frage nach einer wünschenswerten Balance von Stein und Grün in neuer Weise. Und sie stellt sich wie schon vor hundert Jahren in einer regionalen Perspektive – als gemeinsame Aufgabe von Berlin und Brandenburg.

In der Publikation werden neben historischen Analysen, die sich vornehmlich mit dem Verhältnis von Wohnvierteln und Großstadtgrün beschäftigen, aktuelle politische wie fachliche Positionen vorgestellt und von einem Blick nach Paris begleitet.

 

Harald Bodenschatz

Harald Bodenschatz

Prof. Dr. Harald Bodenschatz, Sozialwissenschaftler und Stadtplaner, 1995–2011 Universitätsprofessor für Planungs- und Architektursoziologie an der TU Berlin, jetzt assoziierter Professor am Center for Metropolitan Studies der TU Berlin sowie Mitglied des Weimarer Bauhaus-Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur und der Planung. Promotion 1978 an der Universität Oldenburg, Habilitation 1986 an der TU Berlin. Lehre seit 1972 an der RWTH Aachen und an der TU Berlin. 2004–09 Sprecher des Schinkel-Zentrums der TU Berlin, 2009–10 Sprecher des Transatlantischen DFG-Graduiertenkollegs (Berlin / New York). Mehrere Forschungsprojekte (auch DFG) zur Geschichte und Gegenwart des Städtebaus. Gastprofessor in Rio de Janeiro (1997) und Lima (2000). Tätigkeit als Stadtplaner seit 1980: behutsame Erneuerung historischer Kleinstädte vor allem in Franken. Autor einer Vielzahl von Publikationen, vor allem zu historischen und aktuellen Fragen des Städtebaus. Mitglied von AIV, BDA, CEU, DASL, DWB, GSU, IPHS, SRL.
Dorothee Brantz

Dorothee Brantz

Prof. Dr. Dorothee Brantz (*1970), Historikerin und Leiterin des Centers for Metropolitan Studies/CMS der TU Berlin. 2003 Promotion an der University of Chicago, danach tätig am German Historical Institute in Washington, an der Universität zu Köln und der University at Buffalo. Forschungsschwerpunkte: urbane Umweltgeschichte, Geschichte der Mensch-Tier-Beziehungen, Kriegsgeschichte und Sozialtheorie (besonders Fragen der Temporalität). Zusammen mit Sonja Dümpelmann Herausgabe des Buches Greening the City Urban Landscapes in the Twentieth-Century (Charlottesville 2011, PB 2019). Zur Berliner Grünfrage erschien zuletzt: »The Urban Politics of Nature: Two Centuries of Green Spaces in Berlin 1800–2014«, in: Peter Clark / Marjaana Niemi / Catharina Nolin (Hg.), Green Landscapes in the European City (London, S. 141–159. Vorstandsmitglied der deutschen Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung (GSU) und des Board of Directors der amerikanischen Urban History Association (UHA).

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