Festeinband. Festeinband. durchgängig vierfarbig, 304 Seiten, 400 Abb., 225 x 280 mm, farbige Abbildungen
1. Auflage, Juli 2026
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ISBN 978-3-86732-512-7
Mit Texten von
BECK (Detlef Beck), Bazon Brock, Uwe Dieckhoff, Stephan Dorgerloh, Jens-Fietje Dwars, Rüdiger Giebler, Reiner Grünberg, Maximilian Hartwich, Heinz Havemeister, Paul Kaiser, Astrid Köhler, Hannes Langbein, Ute Müller-Tischler, Stefan Peker, Ernst Petras, Brigitte Rieger-Jähner, Krista Maria Schädlich, Caroline Schröder, Gerd Streidt, Christoph Tannert, Kristina Volke
Die berufliche Karriere des Allround-Künstlers Moritz Götze aus Halle an der Saale, der seine Arbeiten der German Pop Art zurechnet, umspannt mittlerweile mehr als vier Jahrzehnte. Von Beginn an war Ost-Berlin, später Gesamt-Berlin, für ihn ein anziehender Reibungsort. Hier lernte er seit Mitte der 1980er Jahre unangepasste Menschen kennen, die sich nicht vom sozialistischen Staat vereinnahmen ließen, sondern unbeirrbar subversive Gegenkulturen entwarfen und in dadaistisch bis brachial anmutenden Kunstaktionen und Bohème-Kreisen ihre Kreativität existenziell auslebten. Moritz Götze war als jugendlicher Zaungast dabei und in eigenen, sich ständig erweiternden Freundeskreisen unterwegs. Spätestens seit der ersten Personalausstellung 1987 in der Galerie Schaufenster war er als Kunst-Protagonist mittendrin. Mit dem Fall der Mauer 1989 und im Anschluss an seine zweite wichtige Berliner Ausstellung in der Galerie Weißer Elefant zu Jahresbeginn 1990 eröffneten sich für ihn neue Aktionsräume, die er mit Berserker-Elan und einem intensiven, neugierigen, unvoreingenommen Interesse für sich auszuloten wusste. Aber auch die West-Berliner Galerien nahmen sich des jungen wilden Künstlers gern an – er lernte mit den Jahren viel über den westdeutschen Kunstbetrieb, den er wie selbstverständlich für sich in Anspruch nahm, wobei ihm die im Jahrzehnt zuvor geknüpften Freundschaften Halt gaben und oft in langjährige Zusammenarbeit mündeten. Zum Kunstschauplatz Berlin kamen charmante oder geschichtsträchtige Nebenschauplätze an der Hauptstadtperipherie hinzu, mit deren Geschichte sich Moritz Götze im Vorfeld auseinandersetzte, um dann seine eigenen Einsichten zum Ausdruck zu bringen, in einer Art Symbiose zwischen dem jeweiligen Ort (z.B. Neuhardenberg, Frankfurt/Oder, Neuruppin) und seinen heiter-farbigen, dennoch melancholisch angehauchten Kunstwerken.
Moritz Götze
Moritz Götze, geb. 1964 in Halle; 1981–83 Lehre als Möbeltischler; 1986 Arbeit als Maler/Graphiker; 1991–94 Lehrauftrag für Sérigraphie, Hochschule Burg Giebichenstein, Halle; 1994 Gastprofessur für Sérigraphie, École Nationale Supérieure des Beaux Arts, Paris; 1996 Kunstförderpreis des Landes Sachsen-Anhalt; 1997 Grafikpreis der Vereinigten Zigarettenfabriken Dresden; 2000–04 Gestaltung des Erscheinungsbildes der Leipziger Buchmesse; 2007 Technisches Museum Peenemünde, Ausstellung »Karl Hans Janke vs. Wernher von Braun – Die Ideen eines Weltraumphantasten«; Franckesche Stiftungen Halle, Ausstellung »Das Mosaik von Hannes Hegen. Abenteuer Wissenskosmos« kuratiert gemeinsam mit Peter Lang; 2008 Bühnenbild Hamlet, Neues Theater, Halle; 2009 Gemeinsame Tintenwurf-Aktion mit Bazon Brock, im Luther-Zimmer auf der Wartburg; 2010 Große Plastische Installation »Mond« zur Landesgarten Ausstellung in Aschersleben; 2012 Erste große Werkschau in den USA, Rourke Art Museum, Moorhead; 2016 Beginn der Grand Tour Ausstellungstournee zusammen mit Rüdiger Giebler; nach zehnjähriger Planungs- und Realisierungsdauer Einweihung der mit Emaillemalerei ausgestalteten Schlosskirche Sankt Ägiedien, Bernburg.



