Seite 1 von 2 DER VERLAG Der Lukas Verlag wurde im Dezember 1995 von Frank Böttcher gegründet. Er hat sich mit über 300 Titeln als kunst-, kultur- und zeitgeschichtlich ausgerichteter Wissenschafts- und Sachbuchverlag einen guten Ruf in Fachkreisen sowie beim allgemeinen Publikum erarbeitet, gehört dabei aber nach wie vor zu den recht kleinen Unternehmen seiner Art. Der Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte ist nicht identisch mit dem erst 1997 gegründeten Lukas-Verlag im schweizerischen Gossau (Postfach 903, CH-9201 Gossau, Tel.+Fax 0041-71-3854227) und hat auch nichts mit dem Verlag Lukas & Sternberg aus New York zu tun.
Der Verlag von links nach rechts: Linda Vogt (bis Ende 2011), Susanne Werner und Frank Böttcher, April 2010, Foto: Cordula Giese
Das ProgrammDie ersten beiden Bücher des Programms waren eine Hegel-Exegese und ein Tagungsband »Zisterzienser in Brandenburg«. Das damit bereits angedeutete inhaltliche Spektrum wurde im Laufe der Jahre ausgeweitet, differenziert, modifiziert und präzisiert. Wissenschaftliche Reihen beispielsweise zur Backsteinarchitektur, zur Residenzkultur in der Frühen Neuzeit, zum Nachleben der Antike oder zu Kirchen im ländlichen Raum stehen neben Büchern zum Widerstand gegen das NS-Regime oder zum Alltag in der DDR. In der Kunst- und Architekturgeschichte dominieren das Mittelalter und das 19. Jahrhundert. Es gibt ferner einen kleinen Schwerpunkt mit Studien zu Hannah Arendt, aber auch einen mit musikwissenschaftlichen Untersuchungen zu Bach, Wagner, Varèse und Dylan. Und mit Blick auf sein regionalgeschichtliches Engagement (Thüringen, Harz-Region) kann behauptet werden, dass der Lukas Verlag heute das vielleicht weithin ambitionierteste Programm zur Kulturgeschichte der historischen Mark Brandenburg vertritt. Nicht nur der über sieben Kilogramm schwere Doppelband zur »Druckgrafik in Berlin von 1570 bis 1870« ist als Standardwerk anerkannt. Wirtschaftlich am erfolgreichsten war 2005 das Buch »Emmi Bonhoeffer. Gespräch, Essay, Erinnerung«, das es bis auf den fünften Rang der Spiegel-Bestsellerliste schaffte. Andere erfreulich breit wahrgenommene Titel sind Matthias Donaths »Architektur in Berlin 1933–1945«, Matthias Friskes »Geschichte des MOSAIK von Hannes Hegen« und neuerdings auch »Unerkannt durch Freundesland. Illegale Reisen durch das Sowjetreich«.
Wichtige Information für unsere AutorenSeitdem die Diskussion um die »alte« und »neue« Rechtschreibung offenbar abgeschlossen ist (aber so gut wie keine sinnvollen Ergebnisse gebracht hat), verwenden auch wir zähneknirschend die »neue« Rechtschreibung und Interpunktion nach den Regeln der 25. Auflage des Dudens. In Zweifelsfällen wählen wir freilich mit guten Gründen strikt die »konservative« Möglichkeit. Sie können hier die aktuellen Richtlinien zur Manuskriptgestaltung für die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Büchern und Beiträgen im Lukas Verlags als PDF-Datei herunterladen.
Praktika, VolontariateVolontariate, Praktika oder Lehrstellen können wir auf absehbare Zeit leider nicht anbieten.
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Der VerlegerFrank Böttcher wurde 1960 in Lutherstadt Wittenberg geboren und wuchs dort auf. Nach dem Studium von 1981 bis 1985 an der Humboldt-Universität war er Diplomlehrer für Kunsterziehung und Deutsch, ohne jedoch anschließend je in der sozialistischen Volksbildung tätig gewesen zu sein. Statt dessen promovierte er 1988 an der Universität Greifswald über den Maler und Graphiker Max Lingner; daran schloss sich eine wissenschaftliche Assistenz ebenfalls in Greifswald an. Dass er die akademische Laufbahn bereits um 1990 – mitten in den »Wendewirren« – aus eigenem Antrieb beendete, lag nicht an den politischen Veränderungen im Lande, die er strikt begrüßte, sondern an Böttchers Wunsch, künftig praktischeren, irdischeren Tätigkeiten nachzugehen. Außerdem musste er sich als alleinerziehender Vater um seine Tochter kümmern. Unter anderem schrieb Frank Böttcher damals Kunstkritiken für den Tagesspiegel und andere Zeitungen, erledigte für ein Architekturbüro architekturhistorische Recherchen – und fing 1991 in dem kleinen Kreuzberger Verlag Schelzky & Jeep an. Dort lernte er nicht nur das Büchermachen von der Pike auf, sondern auch – Böttcher kam aus dem Osten –, was eine Mehrwertsteuer ist, wie man MS-DOS-basierte Computer beherrscht und wie Buchhandel und Vertrieb und Pressearbeit funktionieren. Außerdem brachte er bei Schelzky & Jeep seinen halben Freundes- und Bekanntenkreis als Autoren unter.
Spätestens ab 2002 war das alles nicht mehr allein zu bewältigen; damals stieß Ben Bauer als Mitarbeiter hinzu. 2006/07 wurde der Verlag weiblicher, denn nun übernahm Susanne Werner diesen Arbeitsplatz. 2004 geriet der Lukas Verlag in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten. Ein Jahr später wurde er aus der Misere errettet, weil damals Günter Jauch das Buch »Emmi Bonhoeffer. Gespräch, Essay, Erinnerung« in der damals noch existierenden Sendung Elke Heidenreichs »ZDF-Lesen!« dem Publikum empfahl – die Folge war ein sensationeller 5. Platz auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Nach einem etwa halbjährigen Ausnahmezustand kehrte freilich bald wieder Normalität ins Geschäft zurück. Halb freiwillig, halb unfreiwillig gehört das Unternehmen weiterhin zu den ziemlich kleinen im Lande – und wird doch von vielen Menschen überaus geschätzt. Anfang 2011 wurde der Verleger endlich einmal selbst zum Mitherausgeber (neben Cornelia Klauß) und Mitautor eines Buches: In »Unerkannt durch Freundesland« beschreiben er und andere die teils spektakulären illegalen Reisen von zumeist jungen DDR-Bürgern durch das riesige Sowjetreich der 1970er und 1980er Jahre. Frank Böttcher ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er lebt in Berlin-Prenzlauer Berg und in Rosenwinkel (Ostprignitz). Zwei Pressebeiträge: Frank Kallensee in der »Märkischen Allgemeinen Zeitung« vom 29./30.1.2005 Uwe Stiehler in den »Brandenburger Blättern« der Märkischen Oderzeitung vom 7.8.2009
Ein paar Bilder aus der Verlagsgeschichte |


1995 kam der Punkt, an dem Frank Böttcher der Meinung war, er könne das alles künftig auch in eigener Verantwortung tun, und meldete am 1. Dezember den nach seinem Sohn benannten Lukas Verlag beim Gewerbeamt an. Bis 1999 waren Verlagsort und Wohnung identisch. Im Frühjahr 1996 erschienen die ersten zwei Bücher: eine komplexe Hegel-Exegese von Gustav Falke und der u.a. von Dirk Schumann herausgegebene erste Band einer inzwischen dreißigbändigen Studienreihe zur Geschichte, Kunst und Kultur der Zisterzienser. Diese inhaltliche Bandbreite ist bis zum heutigen Tag, an dem mittlerweile über 300 Titel erschienen sind, mehr oder weniger beibehalten worden. Der Lukas Verlag hat sowohl Kunstgeschichte als auch Zeitgeschichte im Programm, widmet sich Studien zu Germanistik, Philosophie oder Musik, aber ebenso dem Umgang mit historischen Fenstern in Baudenkmalen, befasst sich immer wieder mit dem Mittelalter und gleichermaßen mit der NS-Zeit oder dem Leben in der DDR. Manche Bücher sind äußerst speziell und hochwissenschaftlich, andere bei aller Solidität recht publikumsfreundlich. Besonderes Renommee hat er sich auf den Gebieten der Kulturgeschichte Brandenburgs sowie des Widerstands gegen die Nazidiktatur erarbeitet.

