Von Menschen und Mauern
     
Gabriele Muschter (Hg.), Uwe Warnke (Hg.)

Von Menschen und Mauern

30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer

96 Seiten, 280 x 210 mm, Klappenbroschur, zahlreiche Abbildungen
Oktober 2019
sofort lieferbar
ISBN 978-3-86732-344-4
Preis 15,– €
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Herausgeber
Schloss Biesdorf

Die innerdeutsche Grenze und Berliner Mauer trennte Familien, Freunde, Kollegen. Für die Menschen im Osten des Landes bedeutete sie das Fehlen von Reisefreiheit und die Verweigerung des Menschenrechts auf freie Wahl des Arbeits- und Wohnortes. Wer das Land auf »illegalem« Wege verlassen wollte, riskierte, erschossen zu werden. Doch am Abend des 9. November 1989 wurde diese Mauer auf Druck der DDR-Bevölkerung im Zuge einer friedlichen Revolution geöffnet und bald darauf beseitigt.

In einer Ausstellung im Schloss Biesdorf stellen die Kuratoren auf zwei Etagen Arbeiten von Künstlerinnen und Künstler aus Ost und West, aus Deutschland und aus dem Ausland vor, die zeigen, wie sie mit der Berliner Mauer und deren Folgen umgegangen sind. Zugleich versuchen sie, dies in Beziehung zu heute noch existierenden Mauern auf der Welt zu setzen, Zusammenhänge zur Diskussion zu stellen sowie Unterschiede zu verdeutlichen. Dazu erfolgt eine genreübergreifende Präsentation aus Fotografie, Installationen, Film und Aktionskunst. Das Thema soll von mehreren Seiten und vor allem auch mit seinen aktuellen Bezügen erlebbar gemacht werden.

Überall wo Menschen leben, gibt es Mauern. Mauern grenzen ab und aus; sie können einsperren, beengen und abschotten; sie können aber auch schützen. Sie sind Grenzen zwischen Arm und Reich, zwischen Gesellschaftssystemen, Ländern und Personen, zwischen Häusern und Räumen – und auch zwischen Gedanken und Gesprächen, denn wenn man sagt, er oder sie würde »mauern«, dann meint das, jemand hält Informationen zurück.

Mit künstlerischen Notaten von Marina Abramović / Ulay, Kurt Buchwald, Christo, Sighard Gille, Sabina Grzimek, Franz John, Martin Kippenberger, Mark Lammert, Wolf Leo, Ute und Werner Mahler, Rudi Meisel, Manfred Paul, Stefan Roloff, Jürgen Schneider, Erasmus Schröter, Victor Sloan, Peter Thieme, Wolf Vostell und Dieter Wendland

Gabriele Muschter

Gabriele Muschter

Gabriele Muschter (geb. 1946 in Oranienbaum) ist eine deutsche Kunstwissenschaftlerin, Publizistin und Kuratorin. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist insbesondere ostdeutsche Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg.

Gabriele Muschter studierte von 1974 bis 1979 Kunstwissenschaft/Ästhetik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit früher Jugend beschäftigte sie sich mit bildender Kunst über zugängliche Literatur, Ausstellungen und Kataloge. Nach dem Abitur absolvierte sie ein Volontariat als Kulturredakteurin und gab von 1970 bis 1974 die »Mitteilungen« des Verbandes Bildender Künstler der DDR (eine interne Informationszeitschrift) heraus, die sechsmal pro Jahr erschien.

Nach dem Studium übernahm sie 1979 die Leitung der in den 1980er Jahren bestehenden Galerie Mitte in Dresden. Von 1984 bis 1987 hatte sie eine Aspirantur an der Humboldt-Universität zum Thema Fotografie der 70er/80er Jahre in der DDR. Seit 1987 übt Muschter eine freiberufliche Tätigkeit als Kunsthistorikerin/Kunstvermittlerin aus. Von Mai bis Oktober 1990 war sie Staatssekretärin im Ministerium für Kultur der DDR (erste demokratisch gewählte und zugleich letzte DDR-Regierung). Seit 1990 beschäftigt sie sich mit Kulturberatung für Bundes- und Landesbehörden sowie Unternehmen wie Philip Morris, AEG, Ostdeutscher Sparkassen- und Giroverband, Gaedeke Group, Procter&Gamble.

Muschter war von 1990 bis 2010 Vorstand der Stiftung Neue Kultur und Vorsitzende des Stiftungsrates der Kulturstiftung Haus Europa (KHS), seit 2010 ist sie Vorstand der KHS. Außerdem war sie von 1994 bis 1998 Mitglied der Geschäftsleitung der KulturBrauerei. 2001 beteiligte sie sich an der Gründung der Firma VISTA – Kultur, Beratung, Vermittlung und wirkte von 1998 bis 2002 als Partner für Berlin, Leiterin Bereich Mittel- und Osteuropa. Sie wirkte von 2002 bis 2006 an der Beratung des Koordinators des Regierenden Bürgermeisters für Mittel- und Osteuropa und der Geschäftsführerin des MOE-Clubs. Ab 2006 war sie freiberuflich als Kunstwissenschaftlerin, Kuratorin, Autorin, Redakteurin und Lektorin tätig.

Uwe Warnke

Uwe Warnke

Uwe Warnke, geboren 1956 in Wittenberge (Brandenburg), aufge­wachsen in Schwerin, Studium der Kartografie an der TU Dresden; seit 1982 in Berlin, Gründung und Herausgabe der nicht-offiziellen Künstlerzeitschrift ENTWERTER/ODER (aktuell 100 Ausgaben + 28 Sonderausgaben); 1990 Gründung des Uwe Warnke Verlages – Beschäftigung mit Buchkunst, experimenteller Literatur und aktueller Kunst; 1991 V. O.-Stomps-Preis der Stadt Mainz; 1999 Mitgründer der Buchkünstlergruppe 13 +; 2003–15 textkritische Arbeit im Literatursalon TEXTTOTAL; 2009 Co-Kurator der Ausstellung »Poesie des Untergrunds« (mit Ingeborg Quaas und Thomas Günther); 2012/13 Co-Kurator der Ausstellung »Geschlossene Gesellschaft. Künstlerische Fotografie in der DDR 1949 bis 1989«; 2014 Beginn des Film-Interviewprojektes »In einem anderen Land« (mit Gabriele Muschter) mit Künstlern und Kunstvermittlern; 2018 Co-Kurator der Fotoausstellungen »In einem anderen Land« (mit G. Muschter) und »Ins Offene« (mit G. Muschter und T.O. Immisch). Zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland; Mitglied im PEN.

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