Zwischen Pflicht und Freiheit | 2
     

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Francisca Drechsler

Zwischen Pflicht und Freiheit | 2

Lebenswege in der DDR

Horst Ruprecht und Heinz Schönemann

Studien zur brandenburgischen und vergleichenden Landesgeschichte [26]

mit zahlr. Abb.. Klappenbroschur, 243 Seiten, 65 Abb., 158 x 235 mm, Schwarzweißabbildungen
Oktober 2020
sofort lieferbar
ISBN 978-3-86732-354-3

Preis 19,80 €
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Horst Ruprecht, Theaterregisseur und ehemals Ensembleleiter, ließ sich zum Schauspieler ausbilden, entdeckte aber bald sein Regietalent. Mit Willensstärke und großen Ambitionen begann er Regie zu führen, und eine Aspirantur bei Fritz Bennewitz am Deutschen Nationaltheater Weimar brachte ihn seinem Ziel näher. So gelang es Ruprecht, als Oberspielleiter am Theater in Nordhausen und in Meiningen, als Schauspieldirektor am Landestheater Halle, auf den Bühnen der Stadt Magdeburg und nach dem Fall der Mauer am Schauspielhaus Leipzig erfolgreich zu inszenieren. »Welthaltiges« sollte spektakulär und möglichst radikal auf die Bühnen der »geschlossenen Gesellschaft« gebracht werden. In Texten des Sturm und Drang, bei Horváth, Grabbe und Büchner suchte er Parallelen zur Gegenwart.

Heinz Schönemann, Kunsthistoriker und ehemals Stiftungskonservator, war einer der jüngsten Museumsdirektoren der DDR am namhaften Kunstmuseum Moritzburg in Halle, nachdem er sich in seinen denkmalpflegerischen Lehrjahren leidenschaftlich mit Schinkel und der Architektur des 19. Jahrhunderts beschäftigt hatte. Nach den Ereignissen vom August 1968 geriet er mit seinen Sammlungs- und Museumsvisionen an kulturpolitische Grenzen und ging nach Potsdam-Sanssouci, um sich als Schlösserdirektor, später als stellvertretender Generaldirektor und Stiftungskonservator für die Bewahrung des heutigen UNESCO-Weltkulturerbes einzusetzen, ohne die zeitgenössische Kunst je aus den Augen zu verlieren. Schönemanns Blick auf die Dinge ist selten vorhersehbar. Der ausgezeichnete Erzähler weiß, mit lebendigen Geschichten seine Zuhörer in den Bann zu ziehen.

In beiden Fällen offenbart das rekonstruierte Spannungsverhältnis von Anpassung und Verweigerung eindrucksvoll, wie nahe unter den gegebenen DDR-Verhältnissen Erfolg und Scheitern beieinanderliegen konnten.

Francisca Drechsler
© Bernd Brundert

Francisca Drechsler

Francisca Drechsler wurde 1969 als zweites Kind der Musik- und Kunstpädagogin Petra (geb. Schulze) und des freiberuflichen Malers, Grafikers und Skulpteurs Klaus Drechsler in Dresden geboren und wuchs am Elbhang in Wachwitz auf. Die Lebensgemeinschaft mit dem Songwriter Norbert Leisegang führte sie 1994 zuerst nach Berlin und später nach Potsdam.

In ihrem Studium (1995–2000) an der Fachhochschule Potsdam, Fachbereich Sozialwesen, widmete sie sich u.a. dem zweijährigen Biografieforschungsprojekt »Sozio-geografische Erkundung von Lebenswegen« des Sozialmediziners Prof. Dr. med. Peter Stolz, schrieb ihre Diplomarbeit über Erinnern als Grundlage und Erzählen als eine Form der Biografie- bzw. Identitätsdarstellung. Erkenntnisse sowie Erfahrungen aus jener Zeit in Verbindung mit praktischer Arbeit veranlassten sie 2010 zur Gründung ihres Biografienateliers in Potsdam.

Mit dem Zeithistoriker Dr. habil. Burghard Ciesla startete sie 2012 die Porträtreihe über Angehörige der sogenannten DDR-Funktionselite. Neben lebensgeschichtlichen Manuskripten entstehen im Biografien­atelier auch Bildwerke, angewandt für Buch-, Vinyl- und Plakatgestaltungen.

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