Mitte auf Augenhöhe
     
Benedikt Goebel, Lutz Mauersberger

Mitte auf Augenhöhe

Straßen und Plätze des Berliner Stadtkerns gestern und heute

160 Seiten, 280 x 245 mm, Klappenbroschur, ca. 190 teils farbige Abbildungen
ersch. November 2019
ISBN 978-3-86732-334-5
Preis 19,80 €
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Im Berliner Stadtkern, dem Ursprungsort der heutigen Metropole, erinnert nur noch wenig an dessen 800jährige Geschichte. Bis auf ein paar Denkmale existieren kaum Zeugnisse des historischen Gefüges. Die traditionsreichsten Plätze der Gründungsstädte Berlin und Cölln, Molkenmarkt und Köllnischer Fischmarkt, sind ebenso verschwunden wie der Neue Markt. Einst geschäftige Hauptstraßen wie die Königstraße (heute Rathausstraße), Spandauer Straße, Stralauer Straße, Gertraudenstraße oder Roßstraße haben mit der früheren Bebauung auch ihre Attraktivität verloren und sind zudem durch übermäßigen Autoverkehr belastet. Schmale Gassen und Höfe, die in einer seit dem Mittelalter fast unveränderten Struktur in der Berliner Altstadt zu finden waren, gingen im letzten Krieg oder, wie im Fall der Fischerinsel, durch Flächenabbruch um 1970 verloren.

Die gegenwärtige Architektur und Stadtplanung ignoriert die Geschichte Berlins, indem sie die Stadt mit ortsunabhängigen Allerweltsgestaltungen überformt. Die Autoren plädieren hingegen dafür, Stadträume so zu gestalten, dass sie einen Bezug zur 800jährigen Geschichte Berlins aufweisen. Denn der historische Stadtgrundriss vermag mit seiner Abfolge von Straßen und Plätzen in menschlicher Dimension und mit einer Bebauung, die geschäftiges Leben an den Hauptstraßen und ruhiges Wohnen in den Seitenstraßen ermöglicht, den heutigen und zukünftigen Ansprüchen an das Zentrum einer Großstadt gerecht zu werden.

Das Buch stellt deshalb ausschließlich aus der Fußgängerperspektive fotografierte historische Stadträume und den heutigen Zustand desselben Ortes gegenüber. Die Vergleiche machen eindrucksvoll deutlich, welche Wiedergewinnungspotentiale im Berliner Stadtkern vorhanden sind – die historische Mitte ist eine Stadt auf Augenhöhe. Das Buch lädt alle Berliner, Zugezogenen und Besucher ein, die abhanden gekommene, unbekannt gewordene Berliner Mitte wieder kennen und lieben zu lernen.

Benedikt Goebel
© Cybelle Codish

Benedikt Goebel

Benedikt Goebel wurde 1968 in Münster in Westfalen geboren. Er studierte Geschichte und Philosophie in Münster, Wien und Berlin und promovierte 2003 an der Humboldt-Universität zu Berlin zum Thema »Der Umbau Alt-Berlins zum modernen Stadtzentrum«. Von 2004 bis 2010 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Berliner Museums für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, des Architekturmuseums der TU Berlin sowie der Staatsbibliothek zu Berlin. 2011 gründete er das Büro stadtforschung (www.stadtforschung.berlin). Seit 2015 lehrt er Architekturgeschichte an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin.

Benedikt Goebel ist Kurator zahlreicher Ausstellungen, darunter »Berlins vergessene Mitte« und »Geraubte Mitte« für die Stiftung Stadtmuseum Berlin, Sprecher der Planungsgruppe Stadtkern im Bürgerforum Berlin, Mitglied der Historischen Kommission zu Berlin und Vorstandsmitglied des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Berlin (AIV). Von 2014 bis 2017 war er Mitglied des Kuratoriums für die Berliner Mitte der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

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