Verkehr in Not
     
Jörn Düwel, Niels Gutschow

Verkehr in Not

Das Automobil im Städtebau

mit zahlr. Abb.. durchgängig vierfarbig. Broschur mit Integralbindung, 407 Seiten, 312 Abb., 210 x 240 mm
1. Auflage, ersch. 25 Mai 2024
noch nicht erschienen
ISBN 978-3-86732-446-5

Preis ca. 50,– €
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Der Konflikt um das Automobil in der Stadt wird seit jeher ausgetragen. Anfangs überwogen Hoffnungen und Erwartungen an das neue Verkehrsmittel, das ungebundene Mobilität versprach. Man war überzeugt, den Autos müsse Raum geschaffen werden, um sich »austoben« zu können. Doch schon bevor Kraftfahrzeuge massenhaft auf den Straßen ankamen, wurde ein Verkehrselend befürchtet. Um es abzuwenden, forderten Städtebauer, »die uralten, verwinkelten, ungesunden Stadtanlagen mit ihren halsbrecherischen Straßen abzureißen und an ihre Stelle eine moderne Stadt zu setzen.« Radikale Entwürfe wurden vorgelegt; mit den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs schien deren Umsetzung endlich in greifbarer Nähe. So verspottete der Berliner Senat Mitte der Fünfzigerjahre Fußgänger als »unverbesserliche Neandertaler«, denn »wer ein Ziel hat, soll im Auto sitzen, und wer keines hat, ist ein Spaziergänger und gehört schleunigst in den nächsten Park.«

Über Jahrzehnte hinweg schien die Lösung der »Verkehrsnot« im Ausbau der Straßen zu bestehen. Erst mit der Einsicht in die Endlichkeit der Ressourcen setzte in den Siebzigerjahren ein Umdenken ein, allerdings ohne nennenswerte Folgen. Zwar ist seit den Neunzigerjahren von einer Verkehrswende die Rede, doch auf der Straße schlägt sich das bis heute kaum nieder. Die libidinöse Beziehung zum Auto, das keineswegs nur als Bedrohung wahrgenommen wird, sondern auch Freiheit verheißt, wird ausgeblendet, oder es wird gar als »mobiles Zuhause« erlebt.

Die Autoren erzählen anhand exemplarischer Beispiele aus verschiedenen Städten die facettenreiche und widersprüchliche Geschichte des Automobils im Städtebau von den Anfängen bis heute.

Jörn Düwel

Jörn Düwel

Jörn Düwel, 1965 in Rostock geboren. Studium der Kunstgeschichte und Germanistik in Greifswald. Nach dem Diplom 1990 freiberufliche Tätigkeit mit dem Schwerpunkt Denkmalpflege in Berlin. Parallel Promotion (abgeschlossen 1995) mit einer Studie über frühe architektonische und städtebauliche Leitbilder in der Sowjetischen Besatzungszone resp. der Deutschen Demokratischen Republik. Von 1995 bis 1997 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Architekturfakultät der Stuttgarter Universität, danach Akademischer Rat an der Architekturfakultät der TU Darmstadt. Seit 2002 Professor für Geschichte und Theorie der Architektur in Hamburg, seit 2006 an der dortigen HafenCity Universität.
Düwel lebt seit 2002 in Hamburg.

Niels Gutschow

Niels Gutschow

Niels Gutschow, 1941 in Hamburg als Sohn des Architekten Konstanty Gutschow geboren. Architekturstudium in Darmstadt. Seit 1970 Forschungen zu »Stadt und Ritual« in Nepal (dort auch denkmalpflegerische Projekte) und Indien, 1973 Dissertation über Burgstädte in Japan. Ende der Siebzigerjahre auch erster kommunaler Denkmalpfleger in Münster. Seit 1978 Forschungen zu Architektur und Städtebau im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit (Wiederaufbau).  2002 bis 2012 Projekte im Rahmen des Sonderforschungsbereichs »Ritualdynamik« und des Clusters »Asia and Europe in a Global Context« der Universität Heidelberg. Gutschow lebt seit 1984 in Mackenheim im Odenwald und hatte von 1989 bis 2021 einen zweiten Wohnsitz in Bhaktapur, Nepal.

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