Nur eine »ganz kleine Clique«?
     

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Linda von Keyserlingk-Rehbein

Nur eine »ganz kleine Clique«?

Die NS-Ermittlungen über das Netzwerk vom 20. Juli 1944

Schriften der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Reihe A: Analysen und Darstellungen [12]

707 Seiten, 90 Abb., 158 x 235 mm, teils farbige Abbildungen
November 2018
sofort lieferbar
ISBN 978-3-86732-303-1
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Der 20. Juli 1944 zählt zu den Schlüsselereignissen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Das missglückte Attentat von Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf Adolf Hitler und der anschließende Umsturzversuch sind zum Symbol des Widerstandes gegen den Natio­nalsozialismus geworden. Von den Ereignissen völlig überrascht, hatte das NS-Regime in Bezug auf die Gruppe der Verschwörer sofort festgelegt, dass in der Öffentlichkeit nur von einer »ganz kleinen Clique« die Rede sein dürfe – eine Formulierung, die mitunter noch heute das Bild des Widerstandskreises prägt.

Die vorliegende Analyse zeigt erstmals anhand von zahlreichen Netzwerkvisualisierungen, was die NS-Ermittler tatsächlich über das große und komplexe zivile und militärische Netzwerk vom 20. Juli 1944 wussten, das so unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen umfasste wie Offiziere, Verwaltungsbeamte, Diplomaten, Juristen, Industrielle, Theologen, Gutsbesitzer, Gewerkschafter und Sozialdemokraten. Zeit­genössische Briefe und Tagebücher verdeutlichen schließlich das geschickte Agieren der Verschwörer vor und nach dem Umsturzversuch und offenbaren zudem die Fehlerhaftigkeit der NS-Quellen.

Linda von Keyserlingk-Rehbein
© Peter Geins

Linda von Keyserlingk-Rehbein

Linda von Keyserlingk-Rehbein, geboren 1980 in Berlin, studierte neuere und neueste Geschichte sowie neue deutsche Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Greifswald. Sie ist Kuratorin am Militärhistorischen Museum in Dresden sowie Leiterin der dortigen Dokumentensammlung, für die sie zahlreiche Nachlässe zum 20. Juli 1944 aus Privatbesitz gewinnen und der Forschung zugänglich machen konnte.

Keyserlingk-Rehbein hat sowohl Sonderausstellungen zum 20. Juli 1944 kuratiert als auch den entsprechenden Bereich in der neuen Dauerausstellung des Militärhistorischen Museums konzipiert. Seit vielen Jahren publiziert sie zu den Themen Widerstand gegen den Nationalsozialismus und Methoden der Historischen Netzwerkanalyse.

Pressestimmen

Lars-Broder Keil auf WELT Geschichte:

»Das Werk sticht aus der Schar der Neuerscheinungen heraus, die regelmäßig zu Jahrestagen des Hitler-Attentats erscheinen. Eben weil es einen ganz neuen Ansatz verfolgt und das Wissen um dieses wichtige historische Ereignis der jüngeren deutschen Geschichte auf beeindruckende Weise bereichert.«

 

Stefan Nölke auf MDR Kultur:

»Das Buch von Linda von Keyserlingk ist sicher weniger populär und griffig geschrieben als das von Karlauf, aber doch im Ergebnis viel, viel wichtiger. Denn sie hat das Netzwerk hinter dem 20. Juli intensiv und mit neuen Methoden untersucht und dabei feststellen können, wie gesellschaftlich repräsentativ dieser Umsturzversuch aufgestellt war.«

 

Passauer Neue Presse, 19.7.2019:

»Die 1980 in Berlin geborene Linda von Keyserlingk-Rehbein […], legt […] eine wegweisende Analyse vor. Sie wird das Bild des Widerstands gegen Hitler entscheidend beeinflussen.«

 

Sebastian Siegler auf den Seiten des Brücklmeier-Vereins, 23.6.2019:

»Kann eine Forscherin, die den eigentlichen Aufstieg in den wissenschaftlichen Olymp noch vor sich hat, ein so wichtiges Forschungsgebiet wie dasjenige zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus mit einem Buch verändern? – Ja, durchaus. Sie kann. […] Dem Berliner Lukas Verlag ist zu gratulieren, dass er dieses opus magnum für sein Programm gewinnen konnte. Der fadengeheftete Band, bei dem weder ein schlicht-elegant gestalteter Schutzumschlag noch ein Lesefaden fehlen, liegt trotz seiner Größe gut in der Hand. Das mattgestrichene Papier eignet sich bestens für die Darstellung der 20 Graphiken, die die Essenz des Werkes darstellen. Die Bildauswahl erfolgte klug und bedacht – sie gibt den Hauptakteuren ein Gesicht und unterstützt dezent den Duktus.«

 

Knud von Harbou in der »Süddeutschen Zeitung«, 24.-26.12.2018:

»Zukünftig wird man in der Einschätzung des Attentats vom 20. Juli 1944 ohne Bezug auf diese Monografie nicht auskommen. Nach langer Zeit, die gefüllt war mit Detailuntersuchungen, liegt jetzt eine Gesamtübersicht des Netzwerks des deutschen Widerstands vor. Und zwar in einer Form, um die sie die damaligen NS-Ermittlungsbehörden, die vor der schwierigen Aufgabe standen, in kurzer Zeit das ›Wer, wie, was‹ des Attentats aufzuklären, beneidet hätten.«

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