Aus dem Gruppenbuch der Christiane P.
     

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Matthias Leupold

Aus dem Gruppenbuch der Christiane P.

From the Group Journal of Christiane P.

durchgängig vierfarbig. Festeinband. deutsch und englisch, 132 Seiten, 70 Abb., 230 x 345 mm, Farbabbildungen,
1. Auflage, März 2024
sofort lieferbar
ISBN 978-3-86732-457-1

Preis 30,– €
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Mit Texten von Matthias Flügge / Mit Fotografien von
Matthias Leupold

Matthias Leupold erinnert sich in seinen szenischen Fotografien an seine Ost-Berliner Kindheit und Jugend in den sechziger bis achtziger Jahren unter den Bedingungen der Diktatur in der DDR und stellt die Kamera »in den toten Winkel jener Epoche«, wie Karl Corino seine Arbeitsweise 1995 treffend beschrieb.

Das Tragen von Uniformen – die der Pioniere, der Freien Deutschen Jugend, der paramili­tärischen Gesellschaft für Sport und Technik und schließlich der Nationalen Volksarmee – war für Leupolds Generation eine Selbstverständlichkeit. Die DDR-Nomenklatura versuchte durch die Kinder- und Jugendorganisationen sowie durch ständige Propaganda von Beginn an das Denken und Handeln ihrer jungen Bürger zu prägen.

Der »Titel Aus dem Gruppenbuch der Christiane P.« spielt u.a. auf das Aufgehen des Indi­viduums in der Gruppe an. Wer sich nicht unterordnete, wurde vom System ausgespien: sei es die fallengelassene Goldmedaillengewinnerin oder sei es Matthias Leupold selbst, der 1982 wegen Nichtanzeige der Republikflucht eines Freundes in der Zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in Hohenschönhausen einsaß. Hier erlebte er die Entpersonalisierung als systematisches Mittel der Unterdrückung Andersdenkender.

Mit einem Text von Matthias Flügge.

Matthias Leupold

Matthias Leupold

Matthias Leupold, 1959 in Ost-Berlin geboren, lebt und arbeitet in Berlin. 

Erste szenische Fotos entstanden mit Freunden, die sich lose unter dem Gruppennamen Nach uns die Zukunft (Andreas Leupold, *1959, Andreas Hentschel, *1958 †2015 u.a.) trafen und von 1983–1986 Fotografien in Ost-Berlin als eine Gegenwelt erarbeiteten und diese in der DDR ausstellten. 

1986 reiste Leupold legal nach West-Berlin aus, nachdem 1986 Ausstellungen im Bauhaus Dessau und an der Hochschule für Bildende Künste Dresden u.a. wegen pessimistischer und pazifistischer Inhalte von den staatlichen Organen der DDR verhindert wurden. Er studierte an der Universität der Künste Berlin Visuelle Kommunikation in der Klasse von Prof. Harry C. Suchland und war ebendort Meisterschüler bei Prof. Ludwig Thürmer. 1997 bis 1998 erhielt er ein Arbeitsstipendium der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom. 

2003 wurde zu einer ersten Retrospektive (Berlin, Halle/Saale, Mannheim, Erfurt u.a.) das Fotobuch Die Vergangenheit hat erst begonnen – Szenische Fotografien im Schaden Verlag Köln veröffentlicht.

Leupold erhielt 2008 den Bronze Award Best Photographer Lianzhou Photo Festival, China für die Bildfolge Fahnenappell – Szenische Fotografien zur III. Deutsche Kunstausstellung in Dresden 1953 (Berlin 1988/89)

Seit 2012 entstanden mehrere Dokumentarfilme in Vietnam, Rumänien, der Schweiz, im Libanon und in Albanien für die Leupold Film Production Berlin. Der Film Lighter than Orange – The Legacy of Dioxin in Vietnam wurde 2015 mit dem Grand Prize Documentary Feature Award of SR – Socially Relevant Film Festival New York gewürdigt. 

Als Professor für künstlerische Fotografie und Non-Fiction Film lehrt Matthias Leupold seit 2007 an der University of Europe for Applied Sciences in Berlin, (vormals btk-Hochschule für Gestaltung).

2020 rief er mit befreundeten Fotokünstler:innen die Gruppe Engelberg ins Leben.

Vertreten durch Galerie Photo Edition Berlin.

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